„Urlaub in der Heimat: Geheimtipps aus der Region“ geht in die nächste Runde. Wir wollen euch zeigen, dass man keine Flugtickets braucht, um dem Alltag komplett zu entfliehen. Diesmal ging es für uns in die älteste Weinstadt Frankens: Hammelburg.
Altstadt-Bummel
Bei leichtem Schneefall haben wir uns in die Innenstadt von Hammelburg verliebt. Die historische Altstadt lässt sich wunderbar zu Fuß bei einem Kaffee to go erkunden. Besonders das Rote Schloss ist ein echter Hingucker.



Genuss pur beim Weingut Lange – Schloss Saaleck
Was wäre ein Besuch in Hammelburg ohne Wein? Wir waren zu Gast beim Weingut Lange Schloss Saaleck.
Wine-Tasting:
Inhaberin Ulrike ist nicht nur mit Leidenschaft dabei, sondern als Diplom-Ingenieurin für Weinbau und Kellerwirtschaft eine echte Expertin. Neben leckeren Weinen versorgte sie uns mit spannendem Hintergrundwissen zur fränkischen Weinkultur.
Zu aller erst gab es einen klassischen Silvaner. Diese Rebsorte ist das Aushängeschild Frankens. Hier werden alle Weine trocken ausgebaut – das heißt, Hefe und Fruchtzucker vergären so weit, bis kaum Restsüße bleibt. Die wahre Kunst besteht darin, einen Wein zu kreieren, der trotz dieser Trockenheit vollmundig und harmonisch schmeckt.
Unser zweiter Wein war ein würzig, fruchtiger Rotling. Ein wichtiges Learning: Ein Rotling ist kein Rosé! Während Rosé ausschließlich aus roten Trauben gekeltert wird, ist der Rotling ein Verschnitt aus weißen und roten Rebsorten. Da in Franken weniger rote Trauben wachsen, ist diese Spezialität hier besonders verbreitet.
Zum krönenden Abschluss gab es eine Domina. Dieser gehaltvolle Rotwein benötigt Raum zum Atmen, weshalb er in großen, bauchigen Gläsern serviert wird. Durch den Kontakt mit Sauerstoff entfalten sich die Aromen erst richtig. Wer nicht warten möchte, kann hier wunderbar mit einem Dekanter nachhelfen.




Profi-Tipp für den Gaumen: Ulrike gab uns einen wertvollen Hinweis für die Verkostung: Die ersten zwei bis drei Schlucke sollte man ganz bewusst schlürfen. Was im Alltag unhöflich wirkt, ist hier essenziell: Durch das Schlürfen gelangt Luft an den Wein, wodurch die Aromamoleküle direkt an den Riechkolben in der Nase gelangen – erst so erlebt man das volle Geschmackserlebnis.
Im Weinwohnzimmer haben wir uns die drei Weine schmecken lassen. Der Name ist Programm: das gemütliche Interieur lädt zum Verweilen ein und lässt einen wie Zuhause fühlen. Besonders cool: Man kann seine eigene Brotzeit von Zuhause mitnehmen, um sie vor Ort mit Wein zu genießen. Besteck wird vor Ort zur Verfügung gestellt.
- Der Outdoor-Tipp: Wenn ihr gerne wandert, müsst ihr unbedingt die Weinberge ansteuern. Dort gibt es das Wein- und Brotzeithäuschen. Ihr findet dort Weine und kleine Speisen – perfekt für eine Rast mit Aussicht, ganz ohne Reservierungsstress!
Wellness & Kulinarik: Auszeit im Neumühle Resort & Spa
Wir haben den Abend im Hotel Neumühle Resort & Spa ausklingen lassen. Wenn ihr euch mal so richtig verwöhnen lassen wollt, seid ihr hier goldrichtig. Hier trifft Geschichte auf modernen Luxus. Das Hauptgebäude ist nämlich ursprünglich eine historische Getreidemühle aus dem 16. Jahrhundert. Heute spürt man dort zwar noch den rustikalen Charme, genießt aber den Komfort eines 5-Sterne-Superior-Hauses.
Unser erster Weg führte uns direkt in den großzügigen Wellness-Bereich. Nach dem ganzen Wein-Wissen war das genau das Richtige, um den Kopf auszuschalten.
Der SPA-Bereich dort ist eine echte Oase der Ruhe. Auf über 1000 qm findet ihr hier die unterschiedlichsten Saunen, Dampfbäder, Massage-Möglichkeiten und einen großen Indoor Pool. Besonders schön ist die Verbindung aus moderner Ausstattung und der idyllischen Lage direkt am Fluss.





Von der Entspannung direkt an den gedeckten Tisch
Völlig tiefenentspannt und mit einer ordentlichen Portion Hunger im Gepäck tauschten wir den Bademantel gegen den Platz am Tisch. Ein absolutes Highlight unseres Besuchs im Neumühle Resort war nämlich, dass wir einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen durften.
Wir durften den Köchen dabei zusehen, wie mit Präzision und Leidenschaft unser Abendessen zubereitet wurde. Auf dem Plan stand eine Lachsforelle, die perfekt auf den Punkt gebraten wurde.
Regionalität, die man schmeckt: Der Fisch reist nicht etwa um die halbe Welt, sondern kommt direkt aus der Nachbarschaft: von der Forellenzucht Hein in Münnerstadt. Frischer geht es wirklich nicht!
Die Kombination auf dem Teller war ein echtes Kunstwerk:
- Die Basis: Die zarte Lachsforelle auf Kartoffel-Würfeln mit einer Schaumsoße.
- Topping: Eine Meerrettich-Folie, die für eine leichte Schärfe sorgte.
- Die Begleitung: Erdig-süße Rote Beete und edler Saiblingskaviar als krönender Abschluss.
Unser Urteil: Wir können nur sagen: Mega lecker! Das ist Fine-Dining, das man nicht nur sieht, sondern in jeder Faser schmeckt. Das war wirklich ein krönender Abschluss für unseren Tag in Hammelburg!
Zurück im Hotel haben wir uns in der Maisonnette-Suite schnell ins Bett eingekuschelt und schlafen gelegt. Dieser Tag wird uns definitiv in Erinnerung bleiben. Er ist der beste Beweis dafür, dass Erholung oft viel näher liegt, als man denkt. Man muss nicht immer in die Ferne schweifen – das perfekte Urlaubsgefühl wartet manchmal direkt vor der eigenen Haustür in der Heimat.
Nachdem wir mittlerweile echte Profis darin sind, das Beste aus dem „Urlaub in der Heimat“ herauszuholen, können wir euch diese kleine, aber feine Auszeit in und um Hammelburg nur wärmstens ans Herz legen. Hier findet ihr noch einen anderen Spot, der zwar nicht weit entfernt ist, euch aber sicherlich trotzdem in ein Urlaubsfeeling versetzt.


